Was Sie einen KI-Anbieter fragen sollten, bevor Sie unterschreiben

Der Markt für KI-Dienstleistungen enthält ernsthafte Ingenieurunternehmen und Wiederverkäufer, die das Modell eines anderen in eine Anmeldeseite verpackt haben. Beide treten ähnlich auf. Diese Fragen trennen sie, und keine davon verlangt technisches Wissen.

Zu Daten und Rechtsgrundlage

1. Wo genau werden unsere Daten verarbeitet?

Nicht „in der Cloud“ und nicht „in Europa“ als Slogan – welche Region, und lässt sie sich vertraglich festschreiben? Wer das nicht präzise beantworten kann, hat nicht darüber nachgedacht oder kontrolliert es nicht.

2. Unterzeichnen Sie einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO?

Wenn Sie personenbezogene Daten in das System geben, ist der Anbieter Ihr Auftragsverarbeiter, und dieser Vertrag ist nicht optional. Lassen Sie sich die Standardfassung vor dem Abschluss zeigen. Lesen Sie besonders die Liste der Subauftragsverarbeiter.

3. Wer sind Ihre Subauftragsverarbeiter, und wie erfahren wir von Änderungen?

Jeder KI-Anbieter hat welche – mindestens den Betreiber der zugrunde liegenden Infrastruktur. Die richtige Antwort ist eine Liste plus eine festgelegte Ankündigungsfrist und ein Widerspruchsrecht.

4. Werden unsere Eingaben zum Modelltraining verwendet?

Verlangen Sie das als vertragliche Zusicherung, nicht als Aussage auf einer Website. Website-Aussagen ändern sich ohne Ankündigung. Fragen Sie ausdrücklich nach den eigenen Modellen und nach beteiligten Drittmodellen.

5. Was passiert mit unseren Daten, wenn wir gehen?

Fragen Sie nach Exportformat, Zeitfenster für den Export, Löschfristen und ob die Löschung schriftlich bestätigt wird. Fragen Sie auch nach Backups – dort überleben Daten typischerweise am längsten.

Zum Dienst selbst

6. Welche Verfügbarkeit sagen Sie tatsächlich zu, und was passiert bei Verfehlung?

Eine Zahl ohne Konsequenz ist Marketing. Fragen Sie, wie Verfügbarkeit gemessen wird, was von der Messung ausgenommen ist und welcher Ausgleich gilt. Beachten Sie: großzügige Ausnahmen können eine beeindruckende Zahl bedeutungslos machen.

7. Wie sieht Ihr Support in der Praxis aus?

Servicezeiten, Reaktionszeiten je Schweregrad und wie man freitags um vier ein Problem meldet. Fragen Sie, ob Reaktionszeit eine menschliche Einschätzung bedeutet oder eine automatische Empfangsbestätigung.

8. Wem gehört, was wir mit Ihnen bauen?

Besonders bei individuellen Integrationen. Dass wiederverwendbare Komponenten des Anbieters bei ihm bleiben, ist normal und vernünftig. Wichtig ist, dass eigens für Sie erstellte Arbeit von Ihnen nutzbar ist und dass das schriftlich steht.

Zur Kompetenz

9. Was wird das nicht gut können?

Die aufschlussreichste Frage der Liste. Wer diese Systeme wirklich in Betrieb gebracht hat, antwortet bereitwillig und konkret, weil er das Scheitern gesehen hat. Wer sagt, es könne alles, war nie in Produktion.

10. Wie gehen Sie mit falschen Ergebnissen um?

Achten Sie auf eine konkrete Antwort zu Prüfschritten, Umgang mit Unsicherheit und Eskalationswegen – nicht auf die Behauptung, ihr Ansatz verhindere das.

11. Was kostet das zweite Jahr?

Erstellungskosten werden bereitwillig genannt. Fragen Sie nach Betriebskosten bei Ihrem erwarteten Volumen, nach Wartung und danach, was mit dem Preis passiert, wenn die Nutzung wächst. Fragen Sie, was eine Preisänderung auslöst.

12. Können wir mit jemandem sprechen, der Ähnliches macht?

Eine Referenz aus einem vergleichbaren Unternehmen ist mehr wert als jede Präsentation. Wird keine angeboten, ist auch das eine Information – es kann schlicht heißen, dass der Anbieter früh dran ist, was in Ordnung ist, wenn er es offen sagt.

Wie Sie die Antworten lesen

Sie suchen keine perfekten Antworten. Ein kleiner Anbieter darf ehrlich sagen, dass er wenige Referenzen hat oder eine bestimmte Zertifizierung nicht besitzt. Das ist handhabbar.

Beunruhigen sollte Sie Unschärfe dort, wo Präzision möglich ist – besonders bei Datenort, Subauftragsverarbeitern und Training. Dafür gibt es exakte Antworten. Wer sie verwischt, weiß es entweder nicht oder möchte lieber nicht, dass Sie es wissen.

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